Pálinka

Der Palinka, den Freddie Mercury vor seinem Konzert 1986 in Budapest trank, kann man mit Sicherheit mit den heutigen Destillaten in Ungarn nicht mehr vergleichen. Zum Glück. In Ungarn, wie in allen Ländern Europas und der Welt, werden seit Jahrhunderten aus Obst Destillate hergestellt. In der Zeit des Sozialismus wurde es in Ungarn zwar verboten, Pálinka privat zu brennen, dennoch wusste jeder, dass die Bauern auf der Puszta in ihren Schuppen heimlich Pálinkas brannten. Aber was für einen! Daran denkt man lieber nicht. Auch heute meinen leider noch viel zu viele Ungarn, dass sie nicht nur von Pálinkas etwas verstehen, sondern auch von ihrer Herstellung. Wahrscheinlich werden nirgendwo so viele schwarzgebrannte Destillate getrunken, wie in Ungarn. Abgesehen von diesen kleinen Schwarzbrennereien mit ihren furchtbar riechenden und schrecklich schmeckenden Schnäpsen wächst die Pálinka-Kultur in Ungarn rasant und bringt die edelsten Spirituosen hervor. So wie Ouzo in Griechenland, Grappa in Italien und Calvados in Frankreich, ist auch die Bezeichnung und die Herstellung von Pálinka in Ungarn mittlerweile gesetzlich geschützt, worauf die Ungarn sehr stolz sind. Es war ein langer Weg bis dahin. Etwa ein Jahrzehnt verging mit Gesetzesentwürfen, Parlamentssitzungen und Diskussionen. Die Weichen sind nun gestellt und die ungarischen Männer reden über nichts lieber, als über ungarische Pálinkas, und trinken nichts lieber, als ihr Nationalgetränk. Im Gegensatz zum russischen Wodka, der nach nichts riecht und nach nichts schmeckt, können die Ungarn den besonderen Charakter der Pflaumen-, Aprikosen, Williamsbirnen-, Sauerkirsche-, Apfel- und Trester-Pálinkas beschwören. Und entgegen der weitläufigen Meinung im Ausland haben die Pálinkas nicht deshalb so hohen Alkoholgehalt (meistens zwischen 45-50 %), weil sie schnell in den Kopf steigen sollen. Die hohe Zahl der Sonnenstunden in Ungarn bewirkt einen hohen Reifegrad der Früchte. Der besonders starke Obstgeschmack verträgt einen höheren Alkoholgehalt. Nichts zu schweigen von den deftigen, würzigen Gerichten. Die Meinungen darüber, ob Pálinka ein Aperitif oder ein Digestif ist, gehen zwar auseinander, aber jeder ist davon überzeugt, dass er gut gegen Erkältung, gegen Verdauungsstörungen, gegen hohen Blutdruck und gegen allerlei andere Probleme ist. Und vor allem sorgt er für gute Stimmung bei geselligen Runden. Statistisch gesehen werden jährlich pro Kopf 3 Liter Pálinka in Ungarn getrunken. Die Studenten und die Frauen trinken diese gerne mal mit Honig versüßt oder mit eingelegten Obststücken. Die etwas älteren Männer lieben eher die herben Tresterbrände. Es steigt die Anzahl der Pálinka-Messen, Pálinka-Festivale und Pálinka-Prämierungen von Jahr zu Jahr. Eines steht auf jedem Fall schon fest: die ungarischen Destillate stehen heute nicht mehr den ausländischen nach.

Mangold Krisztina

Pálinka

Der Palinka, den Freddie Mercury vor seinem Konzert 1986 in Budapest trank, kann man mit Sicherheit mit den heutigen Destillaten in Ungarn nicht mehr vergleichen.

Ungarische Gastronomie

Gulasch, Salami, Paprika und Erlauer Stierblut – Ungarns berühmte kulinarische Exportschlager bestimmen das Image der ungarischen Gastronomie. Doch die traditionelle Küche ist weit vielseitiger.

Bor

10 Gebote eines Freundes ungarischer Weine Trinke den ersten Schluck auf Gotteswohl! Verkoste so, als wenn Du um Gottes Segen bitten würdest! Denke beim zweiten Schluck an Deine Eltern, an deine Vorfahren, bedanke Dich bei Ihnen für Dein Sein!